Saurer 1909 Helene

21.04.2004 Zustand bei Übernahme

Saurer 1909

Aufbau, Karosserie: Zustand für das Alter gut. Farbe ist verbleicht und durch die Aufschrift Technorama verunstaltet. Einige der Kästli müssen ersetzt werden (mit neuem Holz). Chassis: Tragender Teil, Rahmen sind keine offensichtliche Mängel vorhanden. Dichtungen und dergl. etc. müssen punktuell noch ausgewechselt werden. Antrieb: Motor & Getriebe sind zu prüfen. Zahnkränze sind beschädigt und müssen ersetzt werden inklusive der beiden Antriebketten. Pumpe muss auch überholt werden, Schlauchhaspel Zustand i.O.

Motorkonstruktion

  • AD Motoren sind langsamlaufende, langhubige Benzinmotoren mit max. 50 PS Leistung (Bauzeit 1917 bis 1925)
  • Leichtmetallkurbelgehäuse und Zylinderblock aus einem Stück mit eingegossenen Einlass- Auslass- und Wasserkanälen
  • Umlaufschmierung mit dosierbarer Frischölzufuhr, aus Chromnickelstahl geschmiedete, auf Kugellager gelagerte Kurbelwelle
  • Patentierter Zweidüsen-Vergaser
  • Geschwindigkeitsregulator, Motorbremse

Kraftübertragung

  • Konuskupplung, nachträglich eingebaute Mehrscheiben Trockenkupplung
  • kulissengeschaltetes Vierganggetriebe, unsynchronisiert Differenzial in Getriebe integriert
  • Je eine Antriebswelle links und rechts
  • Antriebsritzel: 17 Zähne
  • Zahnkranz: 38 Zähne Kette:
  • Einfachrollenkette, ASA 1¾“

Fahrgestell, Aufhängung

  • Längsträger mit Querverstrebung
  • Halbelliptikfedern vorn und hinten
  • Handbremse auf Bandbremse Getriebeausgang
  • Fussbremse auf Innenbackenbremse Hinterräder
  • Benzintank unter Fahrersitz, Inhalt 100 lt.
  • Räder: Holzspeichenräder
  • Bereifung: Vollgummi mit Luftkammern, hinten doppelt Bereift
  • Dimensionen: vorne: 860x130x720, hinten: 1060x120x900

Lebensphase 1:

Saurer Kettenwagen, Baujahr 1909
Chassis Nummer 237
Benzinmotor Typ AM, 5.3 Lt. Hubraum, 30 PS
Sulzer Zentrifugalpumpe
Gesamtgewicht 6 Tonnen
Erstauslieferung als Autopumpe an die Feuerwehr St. Gallen
Erste Immatrikulationsnummer 5485 (damals wurden die Nummern durch die Eidgenossenschaft verwaltet, es gab keine Kantonsinitialen)

Lebensphase 2:

Das Fahrzeug wurde 1939 durch die Feuerwehr St. Gallen bei den Saurer Werken gegen ein neues Fahrzeug eingetauscht. In der Folge wurde der Kettenwagen für die Werksfeuerwehr umgebaut und rundum erneuert. In diese Zeit ist auch die Nennung „Helene“ zu legen.
Das Chassis und die Pumpe blieben bestehen. Das Führerhaus, der Vorderwagen sowie der Aufbau wurden komplett neu erstellt. Ein stärkerer Motor Typ AD mit 6,8 lt. Hubraum und 50 PS Leistung fand im Chassis Platz. Das unsynchronisierte Getriebe sowie der Kettenantrieb blieben unverändert.
Die Autopumpe der Saurer Werksfeuerwehr wurde am 20. September 1940 mit der Immatrikulationsnummer TG 4162 eingelöst.
Das Fahrzeug befindet sich heute im Zustand wie 1940.

Tempolimiten anno Domini 1924

  •  18 km/h in Ortschaften
  • 40 km/h im flachen Lande, d.h. auf freier, übersichtlicher Strasse
  • 25 km/h bei Nacht oder Nebel, beim Kreuzen und Überholen von Fuhrwerken
  • 10-18 km/h auf Bergstrassen oder anderen engen, gefährlichen Strassen

Allgemeine Daten:

Übernahme Datum01.04.2004
von wem, von woTechnorama Winterthur
Jetziger EigentümerNFSG
Hersteller, BezeichnungSaurer Kettenwagen „Autopumpe Helene“
Baujahr1909
Restauration2008

Technische Daten:

TypSaurer AD 1A
Motornummer12815
Leistung50 PS
Bauform4 Zylinder in Reihe
Bohrung/ Hub110 x 180 mm
Hubraum6’839 ccm
U/Min1’250
TreibstoffBenzol, Benzin
Benzinverbrauchca. 30 lt.
Höchstgeschwindigkeit:ca. 30 km/h
Spurweite vorn1’670 mm
Spurweite hinten1’700 mm
Spurkreis15 m
Achsabstand3’450 mm
Länge6’200 mm
Länge ohne Aufbauten5’620 mm
Breite2’080 mm
Höhe2’550 mm
Zulässige Achsbelastung vorn2’000 kg
Zulässige Achsbelastung hinten4’000 kg
Gesamtgewicht6’000 kg
Sitzplätze total15 davon vorne: 3